Diese Veranstaltung ist Teil des landkreisübergreifenden Kulturprogramms rund um die Bayerische Landesausstellung „Schwesterherz! Frauen retten Bayern“.
Der Ort Hürben, heute ein Teil Krumbachs, war im 19. Jahrhundert eine der größten jüdischen Landgemeinden. Fast die Hälfte der Bevölkerung dort gehörte der israelitischen Gemeinde an. Die drei vorgestellten Frauen wuchsen hier auf, prägten das Gemeindeleben oder gingen mit ihrer hier erworbenen Ausbildung in einer überkonfessionellen Schule für höhere Töchter in andere Orte und Länder.
Pessel Landauer (1781-1861) war in der Region eine unermüdliche Unterstützerin von Hilfsbedürftigen und eröffnete in ihrem Wohnhaus, dem heute renovierten Landauerhaus, eine Thora-Schule.
Hedwig Lachmann (1865-1919), Tochter des berühmten Kantors Isaak Lachmann, wurde eine bedeutende Lyrikerin und Übersetzerin in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, sie verstarb in der elterlichen Wohnung in Krumbach und wurde auch hier beerdigt.
Franziska Lachmann (1874-1947), Übersetzerin und Erzieherin, folgte nach ihrer Ausbildung ihrer Schwester nach Berlin, engagierte sich dort in sozialreformerischen Kreisen, ging 1935 ins Exil und verstarb 1947 in Buenos Aires. Auch von ihr sind aus dem Nachlass zahlreiche Gedichte erhalten.
Die Gruppe MESINKE, die sich 1991 in Krumbach gründete und eine der ältesten Klezmer-Bands in Deutschland ist, bietet neben dem Repertoire von Klezmer-Musik auch vertonte Texte jüdischer Lyrikerinnen und Lyriker im deutschsprachigen Raum. 2023 stellten sie ihr Programm „Begegnung“ vor mit vertonten Gedichten von Hedwig und Franziska Lachmann.
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